„Flughafen-Aufstand“? Leider lächerlich!

Oh! Schon wieder ein „Aufstand“ der GÖD? Hatte es nicht wirklich bemerkt; ging mir beim letzten Mal schon so. Schade, denn Grund gäbe es genug!

Es ist schon bezeichnend: Da bemängeln irgendwelche „Gewerkschafter“ der „GÖD“, ihnen seien das Tarifniveau und die Tariferhöhungen der von ver.di verhandelten Tarife nicht ausreichend. Wären die Kollegen wirklich „Gewerkschafter“,

dann wüßten sie, wie Beschäftigte und Gewerkschaft zusammenwirken und Dinge durchsetzen. Nämlich nur durch Beschäftigte, die Mitglied werden und als Gewerkschaft gemeinsam für etwas eintreten.

Es ist ein Taschenspielertrick, wenn Pseudo-Gewerkschafter die Durchsetzungschancen der Tarifpartei ver.di schwächen und dann von den billigen Plätzen der Zuschauertribüne herunter Forderungen auf das Spielfeld rufen.
Schade auch, wenn Redaktionen regionaler Bätter mangels echter Nachrichten solche Schmierenkomödien mitmachen.


Es fehlen mehr als 30% Lohn! 

Die Frage, wie groß das tarifliche Problem am Flughafen ist, hat die FMG-Konzernführung längst klar beantwortet: Es fehlen auch nach „Korrekturen“ 30 Prozent!

Das ist genau die Differenz zwischen dem, was man für Abfertiger zum Einstieg bietet und dem, was die FMG-Sicherheitstochter real bezahlt.

12,88 Euro pro Stunde für Abfertiger sind es aktuell. Gerade hat der Arbeitgeber angekündigt, zukünftig in der Entgeltstufe 2 Stufe 2 statt in 2 Stufe 1 einstellen zu wollen, das macht dann 14,01 Euro.

Auch selbst dann fehlt es aber noch himmelweit zur FMG-Tochter FMSicherheit – ehemals „CAP“. Für Sicherheitsleistungen der FMSicherheit bietet der Arbeitgeber 16,85 Euro Einstiegslohn. Auf knapp 3000 Euro kommt ein Beschäftigter für Sicherheit. Anmerkung: Auch für knapp 3000 Euro brutto hat die FMS nicht ausreichend Personal. Auch diese Angebote müssen also noch besser werden.

Ein Abfertiger bei Aeroground kommt auf 2118 Euro (brutto) im aktuellen Einstiegssatz. Der erhöhte Einstiegslohn würde 2304 Euro bedeuten. Hat ein Aeroground-Abfertiger alle nötigen Qualifikationen und ist lange genug dabei, kommt er derzeit auf 2724 Euro Monatstabellenentgelt (EG 4 Stufe 4).

Es fehlen beim Einstieg 880 Euro (für die GÖD: das sind 43%), nach kleiner Verbesserung noch 700 Euro (GÖD: das sind 30%). In der höchsten Eingruppierung (!) eines Flugzeugabfertigers bei Aeroground immer noch knapp 300 Euro gegenüber dem Einstiegslohn (!) der ehemaligen CAP (macht gut 10%). Und die GÖD fordert „zweistellig“. Als unverbindliche Meinungsäußerung, ohne etwas erreichen zu können oder zu wollen. Hinterher kann man dann immer noch alles behaupten.

Ja, dann, danke.


Auch in der Mutter FMG gibt es weite Bereiche, in denen das übertarifliche Konzernmanagement übertariflich vergüten möchte, weil man benötigtes Personal nicht findet – aber offensichtlich eben nicht tariflich, dann wäre das ja am Ende dauerhaft! Man spielt eine Art Managementmikado, anstatt das einzig Richtige zu tun und endlich in Verhandlungen mit ver.di einzusteigen! Die entsprechende Bereitschaft wurde von ver.di mehr als ausreichend erklärt.

In der Pressemeldung zu meinen Kollegen Pseudogewerkschaftern bemerke ich nicht viel mehr als heiße Luft. Die Geschäftsführung muß sich bewegen. Rolle der Beschäftigtenvertreter im Aufsichtsrat ist es, für diese Bewegung zu sorgen – und nicht, mit irgedwelchen Flugblättern herumzutricksen. Ich fühle mich nicht vertreten, sondern veräppelt.

Der Sprecher der ver.di-Vertrauensleute lädt die aufrufverfassenden Kollegen ein: Werdet einfach ver.di-Mitglied! Dann braucht Ihr nicht nur irgendwie fordern oder presse-erklären, sondern könnt auch mal beim Durchsetzen anpacken! Die Diskussion könnte dann leicht redlich sein.