Flughafen-Betriebsräte schlagen Alarm: Verlängerung der Kurzarbeitsregeln notwendig!

Aus der 98. Konferenz der Betriebsräte der deutschen Flughäfen und des Flughafen Wien

Ver.di: Der Luftverkehr zählt zu den am härtesten von der Pandemie betroffenen Branchen. Gut 135.000 der insgesamt 180.000 Beschäftigten der deutschen Luftverkehrsbranche befinden sich derzeit in erheblichem Umfang in Kurzarbeit. In den Monaten bis April lag das Aufkommen bei etwa 10% des Vorkrisenniveaus, bei aktuell leichten Anzeichen einer langsamen Erholung.

Trotz dieses dramatischen Verkehrsrückgangs konnten durch Kurzarbeit bisher betriebsbedingte Kündigungen an den Flughäfen weitestgehend vermieden werden.
Dazu haben, neben einem Notlagentarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di für die Flughäfen, vor allem die angepassten Kurzarbeitsregelungen im Zuge der Pandemie beigetragen. Betriebsräte und ver.di konnten in vielen der Unternehmen Aufstockungen beim Kurzarbeitergeld aushandeln.
Die 180.000 Beschäftigten in der Luftfahrt sind wesentliche Voraussetzung für ein Wiederanlaufen des Wirtschaftsmotors Luftverkehr. Dazu zählen auch die 40.000 direkt bei den Flughäfen Beschäftigten.

Die Beschäftigten sind für den Luftverkehr unverzichtbar und werden darüber hinaus auch bei der Erfüllung hoheitlicher Aufgaben z.B. des Zivil- und Katastrophenschutzes benötigt. Als Wirtschaftsmotor erzeugt der Luftverkehr aber auch in den Flughafenregionen enorme positive Effekte.

Die Ziele der Kurzarbeitsregelungen wurden somit bisher erreicht, jedenfalls was die Flughäfen betrifft. Beschäftigung konnte durch Kurzarbeit erhalten werden.
Die aktuellen Regelungen zur Kurzarbeit sind jedoch endlich. Im Rahmen der 98. Konferenz der Betriebsräte der deutschen Flughäfen stellten die Beschäftigtenvertreter*innen von 18 Flughäfen geschlossen fest:

„Noch nie gab es eine derart dramatische Situation im Luftverkehr und an den Flughäfen in Deutschland. Die Einkommen der rund 40.000 Beschäftigten der Flughäfen werden aktuell durch Schulden finanziert – wie bei den insgesamt 180.000 Luftverkehrsbeschäftigten in Deutschland. Mit großer Sorge sehen wir das Ende der gesetzlichen Möglichkeit zu Kurzarbeit in der bisherigen Form: Es drohen massive Folgen für die Beschäftigten!
Die Arbeitsplätze der gesamten Branche sind akut bedroht – und damit auch die Chancen auf ein Wiederanlaufen des Luftverkehrs in Deutschland.“

„Eine Verlängerung der bestehenden Regelungen bis mindestens 31.03.2022 ist in der Pandemie unabdingbar notwendig, bis und damit sich der Luftverkehr erholen kann!“ appellieren die Betriebsräte der Flughäfen an die Verantwortlichen in der Politik.