6 x 9 = 42 – Towel Day 2021

Heute auffällig viele Leute mit Handtüchern gesehen? DON’T PANIC – Wer von Euch schon immer die Antwort auf das Leben, das Universum und alles suchte oder noch auf das Ergebnis seines Rechners wartet, kann sich freuen – heute ist Towel Day! Grund genug, uns auch einmal auf die Suche nach der ultimativen Wahrheit zu begeben, die – wie wir wissen – ja keineswegs auf irgendeiner anderen Seite liegt, sondern uns spätestens seit Deep Thought bekannt ist … 42 eben.

Um den wirklichen Nutzeffekt eines Handtuchs wissen wir eigentlich erst seit Douglas Adamsfünfteiliger vierbändiger Trilogie „The Hichhiker‘s Guide to the Galaxy“. Es hift gegen alles und jedes – man sollte es halt nur dabei haben. Die Mitnahme eines Handtuchs empfiehlt sich mithin allerorten – ganz besonders natürlich für Betriebsratsmitglieder im SEP field* ihrer Kollegen und Arbeitgeber, beim steten Versuch, der Aufmerksamkeit des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal** zu entgehen.

„I always thought something was fundamentally wrong with the universe.“ (Douglas Adams)

Aber es muß ja nicht immer gleich der Bugblatter sein – wer sich als Vertreter der Interessen der Arbeitnehmerschaft mit bestimmten Themen und Partnern des Arbeitgebers herumschlagen darf, dem mag das Gefühl, gerade auf einem von Außerirdischen gesteuerten Schiff mittels Rezitation vogonischer Gedichte gefoltert zu werden, bisweilen nicht ganz fremd erscheinen. Auch liegt es angesichts eines unverkennbaren Hanges einzelner Arbeitgebervertreter zur Apophänie nah, die Befürchtung zu hegen, selbst Antworten auf die allereinfachsten Fragen des Betriebsrates würden vom Arbeitgeber erst bei Deep Thought in Auftrag gegeben. Wie lange der brauchte, um allein die Zahl 42 zu errechnen, erfährt man durch Lektüre des H2G – wir wissen es: siebeneinhalb Millionen Jahre.

Noch unerfreulicher aber fühlt sich der Verdacht an, sogar diese allereinfachsten Fragestellungen bedürften auch noch eingehender Interpretation durch eine höhere kybernetische Intelligenz. Bedrückenderweise sind wir Adams-Leser uns bereits heute der Tatsache bewußt, daß der Supercomputer zur Errechnung der zur gegebenen Antwort passenden Fragestellung fünf Minuten vor Ende seiner Berechnungen gesprengt werden wird.

Zwar hätte ein depressiver Roboter diese Antwort parat, aber den wird keiner fragen, weil man echte Wahrheiten eben nur sehr, sehr ungern hört.

… gute Aussichten also, daß gar nichts jemals wirklich entschieden werden müßte …

Selbstverständlich‘ Ding will eben auch seine Weile haben … mit einem Taschenrechner Bitcoins schürfen geht schneller.

Weitere äußerst praktische und wissenswerte Informationen zum Towel Day werden auf den verschiedensten Seiten im Web vorgehalten – angefangen vom Hitchhiker’s Guide Quiz 2021 über den entsprechenden Wikipedia-Eintrag bis hin zur voll Babelfish-übersetzbaren Seite von towelday.org.

Sogar – oder gerade – im Orbit der ISS weiß man, den Towel Day angemessen zu begehen.

In diesem Sinne: So long, and thanks for all the fish!


*SEP field: Somebody Else’s Problem field (deutsch: Problem-anderer-Leute-Feld): ultimatives Tarnfeld, beruhend auf der angeborenen Neigung der Leute, nicht sehen zu können, was sie nicht sehen wollen oder nicht erklären können.

Um ein SEP field aufzubauen, erklärt man das zu schützende Objekt einfach zum Problem anderer Leute und nimmt es ab diesem Moment nicht mehr wahr. Was in ein SEP field gerät, kann weder vom Betriebsrat erkannt noch vom Arbeitgeber bearbeitet werden.

** Gefräßiger Plapperkäfer von Traal (Ravenous Bugblatter Beast from Traal): anerkannnt dümmstes Wesen der Galaxis, lt. H2G ein „zum Verrücktwerden dämliches Vieh. Es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen – bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig.“ Gegen ihn hilft es, sich einfach ein Handtuch vor die Augen zu halten. Der Käfer glaubt dann, niemanden sehen zu können – und kann auch niemanden fressen.