wer nicht paßt, wird überwacht – Union-Busting auf schwäbisch

Eines der unglücklichsten Mißverständnisse unserer Sprache ist das Wort „Sicherheit“. Es schleicht sich angenehm in unser Bewußtsein und vermittelt uns Beruhigendes … das ist schön. Und was uns schön vorkommt, hinterfragen wir in aller Regel nicht.

Denn das Wort “Sicherheit“ hat in unserem menschlichen Unterbewußtsein eine feste Verknüpfung zu Situationsfestlegungen wie Geborgenheit, Vertrauen, Gefahrlosigleit – und eben das nutzt man aus, wenn man sich und sein Unternehmen als seriös und vertrauenerweckend wirken lassen will …

… obwohl man all das – gemessen an den eigenen Taten – überhaupt nicht ist.

Aktuell zeigt der Fall einer Sicherheitsfirma eines Flughafens im süddeutschen Raum, daß Sicherheitsverständnis auch alternative Auswirkungen haben kann. Durch den Einsatz eines Privatdetektivs wird dort versucht, Betriebsräten klarzumachen, daß jeder der aufmuckt, angebliche „Sicherheitsinteressen des Arbeitgebers“ beeinträchtige – diese seien angeblich berührt, behauptet man, weil ein Betriebsratsmitglied einer Konkurrenztätigkeit nachggegangen sei. Im konkreten Fall wurde auf den Betriebsratsvorsitzenden ein Privatdetektiv angesetzt, mit dessen „Ergebnissen“ eine fristlose Kündigung durchgesetzt werden soll.

Man fragt sich als freier Bürger eines Landes der Freien Welt nun berechtigterweise, wie so etwas überhaupt möglich ist.

Dürfen freie Bürger in ihrem Privatleben ohne ihr Wissen von irgendwelchen privaten Firmen ausgespitzelt werden?

Nein – wer Spitzel auf andere ansetzt, ist selbst ein Sicherheitsproblem.

Es empört, zu sehen, daß einem solchen Unternehmen, das Recht und Gesetz mit Füßen tritt, sogar noch erlaubt wird, in Taschen und Koffern zigtausender Passagiere herumzuschnüffeln! Wie kann es sein, daß ein öffentliches Unternehmen wie ein Flughafen unsere Leben und unsere Unversehrtheit in die Hände von Geschäftsführungen legen kann, die selbst offenkundig ein fundamentales Problem mit unserem Grundgesetz haben!

Selbst schwäbischer Geiz ist hier kein Argument mehr – wir sind hier doch nicht in Rußland oder China!

Nähere Informationen zum Vorgang findet Ihr in dieser Information der Gewerkschaft ver.di

Ein vorformuliertes Solidaritätsschreiben kann hier heruntergelden werden. Bitte sendet das unterschriebene Solidaritätsschreiben bis spätestens 12. Februar 2021 an folgende Adresse:

Ver.di Stuttgart
z.Hd. Jan Bleckert
Will-Bleicher-Str. 20
70174 Stuttgart

Es geht auch elektronisch oder per Fax:
@: jan.bleckert(at)verdi.de
Fax: 0711 / 1664 209