Archiv der Kategorie: verdi-airport-MUC-SwiLo

Inhalte für verdi-airport.de

Damit Fliegen sicher bleibt – Gefährdungsanzeigen

keine Leute …

Wir alle kennen aus unserem alltäglichen Leben die Folgen des Sparwahns aller möglichen Unternehmen. Der Paketbote, der unser Paket vor der Haustür liegen läßt, ist ebenso Ausdruck der betriebswirtschaftlich einkalkulierten Unseriosität wie die Nötigung zum schnellen Zusammenpacken an der Supermarktkasse eines bundesweit agierenden Discountriesen oder die lästigen Wartezeiten bei allen möglichen Gelegenheiten. Für den kleinsten Dienstleistungskram warten wir oft bis zur Grenze der Erträglichkeit – warum?

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Ein Versuch den BVD zu erklären: Unser Film!

Immer wieder schwellen Politdiskussionen an, die zum Inhalt haben, dass es eine immer weitere „Marktöffnung“ geben müsse, dass mehr „Wettbewerb“ alles gut mache und ähnlicher Blödsinn. Wir wissen aber, dass die bisherige Marktöffnung und die Zwangskonkurrenz der Bodenverkehrsdienstfirmen an den einzelnen Flughäfen ein Ziel sicher erreicht hat. Weiterlesen

Mitarbeiter gesucht…

Du bist Verdi-Mitglied hast Lust am Schreiben und gehst mit offenen Augen durch den Betrieb?

Melde dich bei unserer Redaktion und verstärke das Team von wehrdi.info!

Warum ist der 1. Mai ein Feiertag?

Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit und den meisten Staaten der Welt ein gesetzlicher Feiertag. Das ist schön für viele ArbeitnehmerInnen. Aber warum wird an diesem Tag eigentlich gefeiert – und was hat es mit dem Tag der Arbeit auf sich?

eine kurze Erklärung von Manni Weidenfelder und Maren Ulbrich

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Was tut sich in Tegel? … nix … die streiken

Wenn’s ums Geld geht, hört die Freundschaft auf.

Wer sagt das?

  • Dein Vermieter
  • Dein Tankwart
  • Dein Fleischer (für die Bayern: Dein Metzger)
  • Dein Bäcker
  • Deine Frau
  • Dein Mann
  • der Nachhilfelehrer Deines Kindes
  • Dein Klamottengeschäft
  • Dein Einzelhändler
  • Deine Autowerkstatt
  • Deine Kommune, wenn’s um Gebühren geht – die auch wegen unfertiger Flughäfen steigen
  • Deine Rentenversicherung – dank Agenda-Massenverarmung jetzt noch wirkungsloser
  • Deine Sozialversicherung – arbeitgeberfreundlich aufgeteilt
  • Deine Bank
  • … die ganze Welt …

Und niemand regt sich auf – weil das normal ist.

Warum sollst Du nicht endlich auch mal sagen dürfen, daß bei Dir die Freundschaft aufhört?

Wir wünschen unseren BVD-Kollegen in Berlin einen erfolgreichen Streikausgang!

Arbeitgeber treiben Tarifrunde in die Eskalation

Am 17. Februar 2017 fand die fünfte Verhandlungsrunde für die etwas mehr als 2000 Beschäftigten aus den Bodenverkehrsdiensten statt. Eine Einigung für einen neuen Vergütungstarifvertrag war nicht erreichbar. Weiterlesen

Link

Wer von uns ist nicht schon mal mit dem Billigheimer geflogen – Schön, daß Fliegen so billig ist. Aber – woher kommen diese günstigen Preise?

Das Thema, mit dem zu beschäftigen wir Euch heute empfehlen wollen, ist die Frage des zunehmenden Sozialdumpings in der Luftfahrt. Der Autor Jan Böwe hat sich in seinem Artikel Sklaven des Himmels mit dieser Frage befaßt und liefert eine ungeschönte und übersichtliche Darstellung der Entwicklungen im Luftverkehr.

Den Link zum Artikel in der Zeitschrift Der Freitag findet Ihr hier.

Erstes Lebenszeichen: BVD’ler wissen, wo der Druck herkommt…

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach einer Betriebsversammlung der FMG/AE fand gestern eine kleine, aber dann doch ziemlich große Aktion statt. Im MAC ein paar Spruchbänder herzeigen, Flugblätter verteilen und schließlich bei der Lufthansa das „White Paper“, eine Studie zu den Zuständen im BVD überreicht – so gut es spontan eben ging.

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Die Aktion war eigentlich nur als Aktiönchen geplant – und doch war sie riesig: Weil nämlich zeitgleich an vielen Flughäfen Beschäftigte ähnliche Aktionen machten. Nach den ersten Treffen zwischen ver.di-Aktiven und den KollegInnen der Schwestergewerkschaften also ein klares Signal: Wir sind dabei, uns zu vernetzen und zu koordinieren.

Die Zusammenarbeit findet aber nicht „nur“ international statt, sondern auch ganz praktisch vor Ort: Beteiligt haben sich Beschäftigte und Vertrauensleute bei FMG, AE und Swissport-Losch. Mehr Informationen und Hintergründe findet Ihr auf: www.verdi-airport.de.

Der Kofferstapel zeigt die Menge, die ein BVD-Beschäftigter in der Regel innerhalb von rund 10 Minuten zu verladen hat. Und das in Schichten von bis zu 10 Stunden Arbeitszeit.

Und hier noch als kleine Ergänzung zum Runterladen und Weiterverteilen das Flugblatt zur Aktion.

 

Nikolausaktion

Swissport Losch im Wandel ? – Teil 2 –

Wie versprochen, auch wenn es etwas gedauert hat, nun Teil Zwei.

Der Startschuss waren die Betriebsratswahlen 2014, damit hat alles begonnen. Da es vor 2014 noch keinen Betriebsrat bei Swissport Losch gab, aber die Forderung innerhalb Belegschaft nach einer Vertretung immer lauter geworden waren, erklärten sich 3 Kollegen bereit, sich der Aufgabe anzunehmen und Betriebsratswahlen einzuleiten.

Man hatte sich unter größter Geheimhaltung an den Gewerkschaftssekretär am Flughafen München gewandt. Gleichzeitig wurde der Kontakt zum Betriebsrat der Flughafengesellschaft hergestellt. Vier Monate später, im April, wurde dann ein Betriebsrat gewählt – und das ohne Gegenwind! Ja, von außen hätte men sogar den Eindruck gewinnen können, als hätte der Arbeitgeber die Wahlen unterstützt, was der auf einer Versammlung auch bekundete. Von elf Betriebsratsmandaten gingen sieben an die Liste der Gewerkschaft ver.di. Die restlichen Plätze gewann eine gewerkschaftsfreie Liste.

Soviel zu den Wahlen. Was hat der Betriebsrat nun bewirkt – was hat er verbessert, und was hat er vielleicht auch noch nicht geschafft?

Nach neun Monaten mit Betriebsrat hatten sich kleine Verbesserungen bemerkbar gemacht – nicht die Welt, aber die Hoffnung auf mehr ist da. Das System Betriebsverfassung beginnt zu greifen – in kleinen Schritten, aber doch nachhaltig. So verkündete ein Gesellschafter auf der Weihnachtsfeier 2014 für alle recht überraschend, er sei sogar für Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di bereit. Damit hatte wahrlich keiner gerechnet! Zwar entscheidet ein Betriebsrat nicht über Tarifverhandlungen, aber in Firmen mit Betriebsrat kommt dem Verhandlungspartner Belegschaft eben mehr Bedeutung zu, womit dieser nicht zuletzt auch auf dem Parkett der Tarifverhandlungen mehr Kraft auf die Straße bringt.

Wieso verhandelt ein Arbeitgeber über Tarife?

Einer der Gründe könnte sein, dass in einer Branche wie den Bodenverkehrsdiensten auch ein privater Betrieb nur mit nachhaltig gestalteten Arbeitsplätzen bestehen kann. Tatsächlich ist heute die Rekrutierung von Personal an den Verkehrsflughäfen äußerst schwierig geworden. In ganz Deutschland gibt es ähnliche Probleme. Und so wie in der klassischen Wirtschaft bestimmt eben auch auf dem Arbeitsmarkt das verfügbare Angebot den Preis. Wer nun auf qualifiziertes Personal nicht verzichten kann, muss soviel zahlen, dass dieses Personal auch von seinem Lohn leben kann. Und wenn dieses Personal sich einig ist, kann diese Einigkeit dafür sorgen, dass alle etwas mehr in der Tasche haben. Einigkeit macht eben stark – und diese Erkenntnis ist das Fundament unserer Gewerkschaftsarbeit.

Mit Beginn des Jahres 2015 wurde eine achtköpfige Tarifkommission gewählt und die Verhandlungen begannen. Die Kommission hatte von Anfang an die klare Vorstellung, die Beschäftigten mit einzubinden. Um das umzusetzen, wurde eine Umfrage gestartet. Was die Kolleginnen und Kollegen bei Swissport Losch eindeutig mitteilten, waren zwei Marksteine: Wir wollen 1. raus aus der Leiharbeit und 2. einen gesicherten Lohn.

Die Tarifverhandlungen wurden von diversen Aktionen begleitet, hier nur als Beispiel abgebildet, einer unserer Flyer.

SPL Flyer TV

Aktion zu einem Verhandlungstermin

Derzeit befindet sich die Tarifkommission in der Endphase und Erfolge sind bei Leiharbeit,Befristungen, garantierten Funktionszulagen, Sonntagszuschlägen, etc. erzielt. Zur Erinnerung – bis dato gab es keinerlei Zuschläge. Und auch ein anderer Effekt sollte nicht unbemerkt bleiben: Im Laufe des Jahres 2015 verdoppelte sich die Anzahl der Mitglieder unserer Gewerkschaft im Betrieb nahezu. Dieser Effekt ist insbesondere deswegen von großer Bedeutung, da ein starker Verhandlungspartner auch eine starke Basis braucht. Und diese Basis ist ganz konkret gefragt, wenn es darum geht, sich durchzusetzen – denn, wer allein ist, ist in aller Regel auch schwach. Eine große Gemeinschaft aber entwickelt die Stärke, die es braucht, um bei Verhandlungen auch konsequent auftreten zu können. Falls es zum Ende der Laufzeit des Tarifvertrags 2018 zu Streikmaßnahmen kommen sollte, ist es wichtig, vorbereitet zu sein. Immerhin ist Swissport dafür bekannt, Personal aus anderen Stationen abzuziehen und in bestreikte Stationen zu schicken, wie erst kürzlich in Johannesburg der Fall gewesen ist.

Zum Schluss hier noch ein paar Infos aus der Tarifkommission für all Interessierten:

Laut Tarifkommission werden mit Bindung des Haustarifvertrags im ersten Schritt alle unbefristeten Leiharbeitskräfte übernommen. Der Grundstundenlohn wird im ersten Jahr 10,55 € pro Stunde betragen, und was am meisten die Kolleginnen und Kollegen freuen dürfte, wird wohl die erstmalige Einführung eines Sonntagszuschlags sein. Der wird im ersten Jahr 30%  und zum Ende der Laufzeit 2018 sogar 50% betragen. Die Tarifkommission rechnet mit dem 1. März 2016 als erstem Monat des Haustarifvertrages.

Unser aufrichtiger Dank geht an alle unsere Kolleginnen und Kollegen, und natürlich ganz besonders an die, die uns 2015 aktiv unterstützt haben! Danke Euch allen von ganzem Herzen!

Wir wünschen Euch allen ein frohes Neues Jahr und versprechen, Euch auch 2016 auf dem Laufenden zu halten!

Euer SPLer

Swissport Losch im Wandel ? – Teil 1 –

Wer mit dem Flugzeug am Flughafen München ankommt oder abfliegt, wird sich in der Regel nicht unbedingt in erster Linie für die Arbeit der Mannschaften am Boden interessieren. Trotzdem ist ein Blick auf die Verhältnisse, unter denen die Bodenverkehrsdienste arbeiten, nicht uninteressant. Ohne ihre Arbeit könnte kaum ein Flieger abheben. Swissport Losch am Flughafen München sorgt mit ungefähr 700 Mitarbeitern dafür, dass zwischen und 40 und 45% aller in München verkehrenden Flüge ordentlich abgefertigt werden, darunter die Lufthansa Cityline – also Kurzstreckenverkehr.

Swissport Losch ist ein Joint Venture. Beteiligt sind einerseits die Aktiengesellschaft Swissport – wie der Name schon zu erkennen gibt, aus der Schweiz – und das Familienunternehmen Losch vom Stuttgarter Flughafen, wobei Swissport die Mehrheitsbeteiligung innehat.

Alle, denen das Unternehmen Losch ein Begriff ist, werden wahrscheinlich schon einmal etwas von einem exotischen Entlohnungssystem namens „Gruppenleistungslohn“, abgekürzt GLL genannt, gehört haben.

Für die, die es nicht kennen und sich jetzt fragen: „Was ist GLL?“ hier eine kleine Einführung:

Ein gern verbreiteter Mythos besagt, Losch habe das gruppenbezogene Bezahlsystem aus den USA importiert. Das GLL ist in seiner Reinform tatsächlich nichts anderes, eine nach Arbeitsaufkommen und Mitarbeitergruppenstärke gestaffelte Bezahlung. Das klingt schon recht amerikanisch simpel und lässt sich auch sehr einfach erklären:

Ein komplett abgeschlossener Arbeitsvorgang, in unserem Falle also z. B. eine Flugzeugabfertigung von der Landung bis zum Start – im Fachjargon auch „Turnaround“ genannt – wird vom Arbeitgeber mit 100 Euro honoriert. Sind nun beispielsweise zehn Personen an diesem Turnaround beteiligt, bekommt auch jeder einzelne Mitarbeiter 10 Euro, sind es nur fünf Mitarbeiter, bekommt jeder schon 20 Euro.
Kurz gesagt – höhere Arbeitsverdichtung ist gleich höhere Entlohnung. Klingt erst mal wunderbar – mehr Arbeit ist gleich mehr Geld. Da man aber als einfacher Mitarbeiter nur kaum oder gar keinen Einfluss auf Auftragslage und Verplanung von Tätigkeiten hat, profitiert man nur bei geringem Personalstand (ist gleich Arbeitsverdichtung). Braucht man mehr Geld zum Leben, bleibt nur die Wahl, an mehr Tage in die Arbeit zu kommen.

Wem sich nun an dieser Stelle eher das Bild eine amerikanischen Tagelöhners aus den Zwanzigern denn das eines deutschen Arbeitnehmers des 21. Jahrhundert aufdrängen will, der dürfte wohl nicht so ganz falsch damit liegen.

Was verdient man nun aber mit dem GLL?

„Nun ja“ mag nun mancher sagen „Amerika hin – Deutschland her – aber dafür kann man dabei ja wohl auch was ansammeln …“ Richtig: In München kann diese Art der arbeitsprozessbezogenen Entlohnung durchschnittlich zwischen 75 und 125 Euro liegen. Dazu kommt, dass die GLL-Vergütung nicht auf eine einzelne Gruppe angewendet wird, sondern auf ganze Abteilungen was den Einfluss der Arbeit des Einzelnen auf die dafür anfallende Vergütung jedes einzelnen Mitarbeiters bzw. der Gruppe minimiert. So partizipieren alle anwesenden Mitarbeiter einer Schicht auch an jeder Tätigkeit.

Nun gibt es auch durchaus Erfreuliches von Swissport Losch zu berichten:

Seit April 2014 gibt es erstmalig einen Betriebsrat, mehrheitlich mit Verdianern besetzt. Seit Anfang 2015 wird ein Haustarifvertrag verhandelt. Auch tut sich einiges in der Mitgliederentwicklung.

Aber dazu mehr im zweiten Teil.

Euer SPLer