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Inhalte für verdi-airport.de

Ein Versuch den BVD zu erklären: Unser Film!

Immer wieder schwellen Politdiskussionen an, die zum Inhalt haben, dass es eine immer weitere „Marktöffnung“ geben müsse, dass mehr „Wettbewerb“ alles gut mache und ähnlicher Blödsinn. Wir wissen aber, dass die bisherige Marktöffnung und die Zwangskonkurrenz der Bodenverkehrsdienstfirmen an den einzelnen Flughäfen ein Ziel sicher erreicht hat. Weiterlesen

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Arbeitgeber treiben Tarifrunde in die Eskalation

Am 17. Februar 2017 fand die fünfte Verhandlungsrunde für die etwas mehr als 2000 Beschäftigten aus den Bodenverkehrsdiensten statt. Eine Einigung für einen neuen Vergütungstarifvertrag war nicht erreichbar. Weiterlesen

Erstes Lebenszeichen: BVD’ler wissen, wo der Druck herkommt…

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach einer Betriebsversammlung der FMG/AE fand gestern eine kleine, aber dann doch ziemlich große Aktion statt. Im MAC ein paar Spruchbänder herzeigen, Flugblätter verteilen und schließlich bei der Lufthansa das „White Paper“, eine Studie zu den Zuständen im BVD überreicht – so gut es spontan eben ging.

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Die Aktion war eigentlich nur als Aktiönchen geplant – und doch war sie riesig: Weil nämlich zeitgleich an vielen Flughäfen Beschäftigte ähnliche Aktionen machten. Nach den ersten Treffen zwischen ver.di-Aktiven und den KollegInnen der Schwestergewerkschaften also ein klares Signal: Wir sind dabei, uns zu vernetzen und zu koordinieren.

Die Zusammenarbeit findet aber nicht „nur“ international statt, sondern auch ganz praktisch vor Ort: Beteiligt haben sich Beschäftigte und Vertrauensleute bei FMG, AE und Swissport-Losch. Mehr Informationen und Hintergründe findet Ihr auf: www.verdi-airport.de.

Der Kofferstapel zeigt die Menge, die ein BVD-Beschäftigter in der Regel innerhalb von rund 10 Minuten zu verladen hat. Und das in Schichten von bis zu 10 Stunden Arbeitszeit.

Und hier noch als kleine Ergänzung zum Runterladen und Weiterverteilen das Flugblatt zur Aktion.

 

Gemeinsam für eine gerechte Entlohnung

Mehr als 500 Beschäftigte von AeroGround, Flughafen München und SGM. Für 6% mehr Lohn,
€ 100,- für Azubis und unbefristete Übernahme. Mehr als 70% der Flugbewegungen fielen flach.
Eine Landebahn war für eine Stunde dicht. Eine deutliche Botschaft für die Tarifverhandlungen!

HERZLICHEN DANK

für die tolle Teilnahme, das große Engagement

und den Mut der Vertrauensleute und Streikposten

Streikversammlung

 

Streik bei der Flughafensicherheit

Über 150 Mitarbeiter der Passagierkontrolle legten die Arbeit nieder

Die Reihen vor den Schleusen der Passagierkontrolle zum Abflugbereich wurden länger und länger. Viele der Kontrollstellen waren geschlossen. Über 150 Sicherheitsmitarbeiter versammelten sich stattdessen im Außenbereich zwischen Terminal 1 und Terminal 2. Mit gelben Signalwesten und ver.di-Fahnen in der Hand zeigten sie auch optisch, dass sie dem Warnstreikaufruf der Gewerkschaft ver.di gefolgt sind.

Flughafenverantwortlicher: „Leider erfolgreich!“

Ein Flughafenverantwortlicher kommentierte den Warnstreik mit den Worten „Leider erfolgreich!“ Offensichtlich hat die Geschäftsführung der Sicherheitsgesellschaft am Flughafen Münche20160420WStreikSGM01n GmbH (SGM) nicht mit dieser hohen Streikbeteiligung gerechn et. Die SGM ist eine 100 %-Tochtergesellschaft des Freistaats Bayern und hat die Aufgabe, die Passagiere und deren Handgepäck vor dem Eintritt in den Luftsicherheitsbereich zu kontrollieren.

Der Streik richtet sich an die Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite im Öffentlichen Dienst. Am 28./29.04.2016 werden die Verhandlungen in 3. Runde fortgesetzt. Bisher haben die Arbeitgeber angeboten, ab 01.06.2016 die Einkommen um 1 % anzuheben und ab 01.06.2017 um 2 %. Das bedeutet, dass die Beschäftigten im Jahr 2016 bezogen auf das Jahreseinkommen lediglich 0,58 % mehr Einkommen bekämen und im Jahr 2017 wäre der Einkommenszufluss bei lediglich 1,17 %.

Einkommensmindernd kommt das Vorhaben der Arbeitgeber dazu, bis 2018 von den Arbeitnehmern einen Eigenbeitrag für die betriebliche Altersversorgung von 0,4 % zu verlangen. Das ist deshalb besonders ärgerlich, weil die bayerischen Arbeitgeber im Jahr 2013 ihre Umlage zur Zusatzversorgungskasse Bayern erst um einen ganzen Prozentpunkt gesenkt haben.

Einsatz der neuen Sprengstoffspürgeräte führt zu hoher Streikbeteiligung

Die hohe Streikbeteiligung hatte aber auch mit einem innerbetrieblichen Thema zu tun. Seit der Einführung der neuen Sprengstoffspürgeräte im Herbst vergangenen Jahres liegen die Nerven bei den Beschäftigten blank. Die gesundheitlichen Probleme der Beschäftigten wurden von den verantwortlichen Stellen beim Luftamt Südbayern, der Regierung von Oberbayern und der Geschäftsführung der SGM abgewiegelt und kleingeredet. Bisher hat sich niemand ernsthaft der Probleme der betroffenen Mitarbeiter angenommen. Dazu Heinrich Birner, ver.di-Geschäftsführer München und Region: „Mir kommt das manchmal vor wie ein Kartell der Vertuschung“.

Am Rande der Streikversammlung berichteten SGM-Mitarbeiter, dass die neuen Geräte genutzt werden müssen. Wenn Sie dann Alarm melden, muss das Handgepäck oder Kleidungsstück mit einem der bisherigen Geräte nachgeprüft werden. „Das macht mich fassungslos“, so Birner. „Erst werden die neuen Geräte auf Biegen und Brechen eingesetzt und wenn es dann eine Alarmmeldung gibt, ist es das alte Gerät, dessen Analyseergebnis darüber Aufschluss gibt, ob eine reale Gefährdung besteht oder nicht.“

Quelle: Ver.di München

Weil unsere Arbeit mehr wert ist – Warnstreik der SGM

Der Kommentar eines Passagiers wurde heute früh vom Bayerischen Rundfunk gesendet: „I bin selbständig, und I hob‘ überhaupt koa Vaschdendnis füa so oan Schdreig …“ kam es bayrisch rustikal heute früh aus dem Autolautsprecher.

Man könnte ihm jetzt mal so antworten: „Lieber Selbständiger, wir haben auch relativ wenig Verständnis dafür, daß wir Arbeitnehmer die sozialen Löcher bezahlen dürfen, die zigtausende Selbständige wie Du später in unsere Sozialkassen reißen, weil sie nie was in die Rentenkassen eingezahlt haben und dann als Sozialfälle auf unserer Tasche liegen. Also halt Du Dich da besser mal ganz raus ….“

… könnten wir, machen wir aber nicht. Selbständige können nicht streiken, also werden sie auch kaum das Prinzip einer Gewerkschaft verstehen. Sei’s drum …

Es geht bei diesem Streik um gerechte Bezahlung! Aber eben nicht nur – und da treffen wir ihn wieder, unseren Selbständigen. Es geht auch um unser aller Sozialkassen, es geht um unsere Renten und es geht um den sozialen Frieden der Zukunft! Es geht darum, die Amerikanisierung unserer Gesellschaft zu stoppen!20160420WStreikSGM02

Ist es wirklich so schwer zu verstehen, daß ein paar verspätete Mittwochmorgenflüge (besetzt mit verständnislosen Selbständigen) im Gegensatz dazu eher weniger Gewicht haben?

Liebe Kollegen der SGM – danke für Eure Unterstützung!

 

Streik am Campus – Solidarität zeigen!

Hallo Kolleginnen und Kollegen,

die Mitarbeiter (unsere Ver.di-Kollegen) der Deutschen Post bestreiken seit dem 8.6. auch das Briefzentrum hier am Flughafen. Sie haben unsere Unterstützung verdient. Wenn Ihr also an den Streikposten vor dem Tor vorbeifahrt, haltet doch einfach mal den Daumen hoch oder winkt mit der Ver.di-Fahne die Ihr natürlich alle im Auto habt … Aber mal im Ernst, die Tarifgemeinschaft der abhängig Beschäftigten (also uns allen) funktioniert nur, wenn die Arbeitgeber erkennen, dass wir viele sind – und nicht bloß ein paar Streikposten …
Also Daumen hoch, nicht nur im Web, sondern auch auf der Nordallee …

Die Kollegen nicht allein lassen - die wehr.di! Betriebsräte waren da

solidarisch – Wehr.di!-Betriebsräte besuchen Gewerkschaftskollegen beim Poststreik

Link

Wirklich weiter hilft das nicht, aber wenigstens wird’s nicht noch schlimmer:

http://www.airliners.de/eu-liberalisierungsplaenen-bodenverkehrsdiensten/34427

wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht

Zwei Streiks legten heute den Bahnverkehr lahm. Seit 14 Uhr streikten die Lokführer, und 14 Stunden davor legte das Bahnmagement schon mal in Eigenregie den Verkehr lahm.

Was für ein Idylle – da ziehen endlich mal alle Beteiligten an einem Strang – eine Zwerggewerkschaft und die Bahngewaltigen legen in seltener Einmütigkeit den Verkehr in Deutschland lahm … und das mit bemerkenswertem Erfolg. Wer hätte das gedacht – wäre phantastisch, wenn denen ihr alltägliches Projekt „Fahrbetrieb nach Fahrplan“ genauso gut gelänge …

Aber lassen wir das – die Lokfahrer verweigern das Lokfahren, und das Gejammer ist landesweit. Aber all dieser medialen Empörung zum Trotz – Streiks sind ein normales Mittel im Arbeitskampf. Allerdings fragt sich, inwieweit die Verhältnismäßigkeit noch gegeben ist, wenn Zwerggewerkschaften, die lediglich winzige Teile der Gesamtbelegschaften vertreten, die Arbeitnehmer eines Unternehmens dazu bringen, sich untereinander zu kannibalisieren. Lokführer sind Eisenbahner – aber nicht alle Eisenbahner sind Lokführer. Berechtigt denn allein die simpleTatsache, daß einer hinter dem Fahrschalter sitzt, schon dazu, sich dem allgemeinen Trend zur Entsolidarisierung anzuschließen und seine Kollegen in den Stellwerken, am Gleis oder in der Verwaltung, die sich auch alle nach der Decke strecken müssen, einfach links liegen zu lassen und auszuspielen? Da hilft es auch nicht, wenn die GdL den Begriff „Lokführer“ auf Zug- und Dispositionspersonal ausdehnen will. Bei allem Verständnis für die Durchsetzung gerechtfertigter Forderungen, aber es kann nicht Sinn und Zweck einer Gewerkschaft sein, ein Zweiklassensytem für Belegschaftsvertretungen zu etablieren. Es kann nicht angehen, daß Zwerggewerkschaften „Privatversicherte“ schaffen – biste Lokführer, kriegste Einzelzimmer mit Chefarzt, wenn nicht, dann kommt der Kassendoktor ans Stockbett? Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht?

Der Trend zur Entsolidarisierung konterkariert durch systematisiertes Fallenlassen der Schwächeren die Grundidee einer Gewerkschaft und treibt eine Amerikanisierung voran, die letztendlich die Brüche in unserer Gesellschaft nur noch weiter vertieft. Darüber sollten wir uns aufregen! Denn das ist das eigentliche Problem hinter diesem Streik – nicht der zu späte Zug. Der wird morgen auch ohne GdL-Streik noch genauso unpünktlich sein – wetten?